Die Staubläuse (Psocoptera) bilden innerhalb der Klasse der Insekten (Insecta) und der Unterklasse Fluginsekten (Pterygota) eine Ordnung in der Überordnung Neuflügler (Neoptera). Die Tiere dieser Ordnung sind mit etwa 2700 Arten global verbreitet. In Mitteleuropa kommen ca. 100 Staublaus-Arten vor.
Staubläuse erreichen Körperlängen von 0, 5 bis 10 mm. Die meisten Arten haben helle Körperfarben. Am Kopf tragen sie lange und dünne Antennen. Ihre Mundwerkzeuge stellen eine Zwischenform von kauend-beißenden und saugenden dar. Bei manchen Staublaus-Arten sind diese zusätzlich mit Spinndrüsen ausgestattet. Während die Vorderflügel am hinteren Rand hakenförmig umgebogen sind und so die dickere Vorderkante der Hinterflügel umgreifen, kommen bei den weiblichen Tieren nur verkümmerte bzw. überhaupt keine Flügel vor.
Anhand ihrer Antennenglieder und Fußglieder (Tarsenglieder) werden Staubläuse in 3 Gruppen (Taxa) eingeteilt, nämlich in Trogiomorpha, Troctomorpha und Psocomorpha. Die meisten in Deutschland vorkommenden Arten zählen zu den Psocomorpha.
Staubläuse leben an verschiedenen Pflanzen, an Baumstämmen, unter Baumrinde, in Totholz, in Vogelnestern und auch in Gebäuden. Sie ernähren sich u. a. von Pilzen, Sporen, Algen und Flechten. Gelegentlich verzehren sie auch tote Insekten. Staubläuse sind an eine mittlere bis hohe Luftfeuchtigkeit sowie an Temperaturen über 15 Grad Celsius gebunden und sind in der Lage Wasserdampf direkt aus der Luft aufzunehmen. Neubauten und Gebäude mit Schimmelpilzbefall stellen ein bevorzugtes Biotop der Staubläuse dar. Dabei sorgen die Tiere für eine verstärkte Ausbreitung des Schimmelpilzes. Sie sind in der Lage, vor allem durch ihre Ausscheidungsprodukte Allergien hervorzurufen.
Der Bücherskorpion (Chelifer cancroides), der auch in der Wohnumgebung des Menschen auftritt, ist ein natürlicher Feind der Staublaus. Staubläuse haben eine Lebenserwartung bis zu 12 Wochen. Ein weibliches Tier ist in der Lage, insgesamt bis zu 120 Eier abzulegen. So können bei günstigen Bedingungen (in Gebäuden) bis zu 8 neue Generationen pro Jahr entstehen.