Die Ohrwürmer (Dermaptera) sind eine Ordnung der Insekten (insecta) innerhalb der Überordnung der Neuflügler (Neoptera) und deren Unterklasse der Fluginsekten (Pterygota). Sie zählen zu den Fluginsekten (Pterygota). Von weltweit etwa 1800 bekannten Arten leben in Deutschland nur 8.
Beispiele für Ohrwurm-Arten sind: Sandohrwurm (Labidura riparia), Gemeiner Ohrwurm (Forficula auricularia), Riesenohrwurm (Titanolabis colossa), Südlicher Ohrwurm (Euborellia annulipes), Gebüsch-Ohrwurm (Apterygida media ), Wald-Ohrwurm (Chelidurella acanthopygia), Zweipunkt-Ohrwurm (Anechura bipunctata ) und Zwerg-Ohrwurm (Labia minor). Der St. -Helena-Riesenohrwurm (Labidura herculeana) wurde seit 1967 nicht mehr gesichtet. Der Name Ohrwurm leitet sich von der früheren Verwendung der Tiere in pulverisierter Form bei der Behandlung von Ohrenleiden ab.
Ohrwürmer an einem Apfel
Ohrwürmer (Dermaptera) erreichen Körperlängen von 10 bis 20 mm. Es gibt jedoch Arten, die größer werden, wie beispielsweise der Riesenohrwurm mit bis zu 50 mm Länge. Der Körperbau der Tiere ist länglich. Ihre Farbe ist schwärzlich und bräunlich. Am Kopf befinden sich Komplexaugen, die gut entwickelt sind, ferner die Antennen mit 5 bis 16 Gliedern und beißend-kauende Mundwerkzeuge. Die Vorderflügel der Ohrwürmer sind verkürzt. Die großen Hinterflügel sind in Ruhe gefaltet und unter den Vorderflügeln verborgen. Am Ende des Hinterleibes befindet sich ein Paar Zangen, das zum Einfangen von Beutetieren und auch bei der Paarung eingesetzt wird.
Ohrwurm - Dermaptera - Korsika
Die Tiere bevorzugen warme Biotope. Sie ernähren sich von Pflanzenteilen und Abfällen oder leben von kleinen Insekten. Sie sind überwiegend in der Dämmerung oder nachts aktiv. Tagsüber verstecken sie sich unter Baumrinde oder Steinen.
Nach der Paarung halten die Weibchen das Sperma lebensfähig. Sie legen etwa 20 bis 90 Eier in einen Hohlraum ab. Die Eier und auch die später daraus schlüpfenden Larven werden von den Weibchen bewacht. Die Larven häuten sich mehrmals.
Ohrwürmer sind als Schädlingsbekämpfer von großem Nutzen. Sie können jedoch auch selbst zum Schädling werden, wenn sie Kulturpflanzen anfressen. Sie sind für den Menschen völlig harmlos.