Neuroptera - Netzflügler versteckt sich unter einem Blatt
Netzflügler (Neuroptera)
Die Netzflügler (Neuroptera), engl. : net-winged insects, werden auch Hafte genannt, und sind eine Ordnung in der Klasse der Insekten (Insecta), der Unterklasse Fluginsekten (Pterygota), der Nebenklasse Neuflügler (Neoptera) sowie in der Überordnung der Netzflüglerartigen (Neuropterida).
Die Neuroptera teilen sich in die drei Unterordnungen Hemerobiiformia, Myrmeleontiformia und Nevrorthiformia. Diese enthalten zusammen mindestens 8 Überfamilien. Zu den Neuroptera-Überfamilien gehören: Chrysopoidea, Coniopterygoidea, Hemerobioidea, Ithonioidea, Mantispoidea, Osmyloidea, Myrmeleontoidea und Nemopteroidea.
Netzflügler - Neuroptera
Einige der weltweit etwa 17 Netzflügler-Familien sind: Florfliegen bzw. Goldaugen (Chrysopidae), Staubhafte (Coniopterygidae), Dilaridae, Taghafte bzw. Braune Florfliegen (Hemerobiidae, Larven: Blattlauslöwen), Ithonidae, Polystoechotidae, Berothidae, Fanghafte (Mantispidae), Neurorthidae, Bachhafte (Osmylidae), Schwammhafte (Sisyridae), Schmetterlingshafte (Ascalaphidae), Ameisenjungfern (Myrmeleontidae, Larven: Ameisenlöwen), Nymphidae, Fadenhafte (Nemopteridae), Psychopsidae und Nevrorthidae. 12 dieser Familien sind in Europa, 8 in Mitteleuropa durch Arten vertreten.
Von weltweit etwa 5500 bis 6000 Arten kommen 292 in Europa und ca. 120 Arten in Mitteleuropa vor. Die meisten Netzflügler-Arten leben in tropischen und subtropischen Gebieten.
Die Netzflügler sind in ihrer äußeren Erscheinung und ihrer Körpergröße sehr unterschiedlich. Die kleinsten Arten sind nur wenige Millimeter, die größten einige Zentimeter lang.
Die kauend-beißenden Mundwerkzeuge haben starke Mandibeln und sind abwärts gerichtet. Alle Arten haben seitlich große Facettenaugen, einige Arten zusätzlich Punktaugen (Ocellen). Die Fühler sind lang und fadenförmig, oder am Ende keulenartig verdickt. Die Vorderbrust (Prothorax) der Netzflügler ist seitlich bis zu den Hüften (Coxa) der Vorderbeine herabgebogen.
Netzflügler besitzen 2 Paar häutige Flügel, die sich für gewöhnlich in Form und Größe nicht sehr unterscheiden, und an der Basis etwa gleich breit sind. Die Flügelmembranen haben eine netzartige Aderstruktur. Manche Arten haben Sinnesorgane in den Flügeln. Andere Arten haben an den Flügeln besondere Vorrichtungen, mit denen sie die Flügelpaare während des Fluges koppeln können. Die Flügelspannweiten von Netzflüglern variieren zwischen 1, 5 und 160 mm. Es gibt Arten, bei denen die Flügel stark zurückgebildet sind. Die Beine sind (mit Ausnahme der Fanghafte, die Fangbeine besitzt) als Laufbeine entwickelt, deren Füße (Tarsen) aus 5 Gliedern bestehen. Netzflügler haben am Hinterleibsende keinen Stachel.
Die Netzflügler leben in den vielfältigsten Biotopen. Es gibt tagaktive und nachtaktive Arten. Sie ernähren sich räuberisch oder von Pollen bzw. Honigtau. Einige Arten nehmen keine Nahrung auf, oder leben nur von Nektar. Die Larven der Netzflügler, die sich vom Ei bis zum erwachsenen Insekt in Kokons entwickeln, machen eine vollständige Metamorphose durch. Die Entwicklungszeit der Larven ist, je nach Art, sehr unterschiedlich. Ihre Ernährungsweise ähnelt derjenigen der erwachsenen Tiere.