Mit dem Begriff "Bienen" (Apiformes) werden mehrere Familien aus der Gattung der Hautflügler (Hymenoptera) zusammenfassend bezeichnet. Umgangssprachlich werden Bienen meistens auf eine Einzelart, nämlich die Honigbiene, reduziert. Die Gesamtzahl der Bienenarten wird global auf etwa 20000 geschätzt, davon entfallen auf Europa ungefähr 700 Arten. In Deutschland gibt es rund 500 Arten von Bienen. Der älteste Fossilienfund einer Biene wird auf 80 Millionen Jahre geschätzt.
Blaue Blüte mit Biene
Der Körper der Bienen besteht - wie bei allen Insekten - aus drei Teilen: am Kopf sitzen die Augen, zwei Fühler, die als Nase dienen, sowie die Mundwerkzeuge, die aus zwei starken Kiefern und einem Rüssel bestehen. An der Brust sitzen zwei hauchdünne Flügelpaare und sechs Beine. Der größte Körperabschnitt, der gelb-schwarz geringelte Hinterleib mit dem Giftstachel, ist das Markenzeichen der Bienen. Bienenarten, die über einen Wehrstachel verfügen, werden Stechimmen genannt.
Mauerbiene
Bienen sind Vegetarier, die sich vorwiegend von süßen Pflanzensäften ernähren. Pollen dient ihrer Versorgung mit Eiweiß. Bienen kommen in Staaten oder Kolonien, jedoch größtenteils in Sozialverbänden oder als Einzelgänger vor. Die Sozialverbände dienen vor allem einer kollektiven Brutaufzucht und zeitweilig der gemeinsamen Verteidigung. Auch Schlaf-, Überwinterungs- und Wachgemeinschaften werden gebildet. Bienenstaaten hingegen sind dauerhaft, sozial hochentwickelt und fast bis zur Perfektion organisiert.
Solitär lebende Bienen werden als Wildbienen bezeichnet. Für den Menschen ist vorwiegend die staatenbildende Honigbiene von Interesse, die in 9 verschiedenen Arten auftritt: Kliffhonigbiene (Apis laboriosa), Zwerghonigbiene (Apis florea), Riesenhonigbiene (Apis dorsata), Westliche Honigbiene (Apis mellifera), Asiatische Rote Honigbiene (Apis koschevnikovi), Apis nigrocincta, Zwergbuschbiene (Apis andreniformis), Östliche Honigbiene (Apis cerana) und die Asiatische Bergbiene (Apis nuluensis).
Sandbiene auf Blüte
Verschiedene Bienenarten, darunter die Honigbienen, legen Futtervorräte an, um das Überleben ganzer Kolonien in Zeiten des Nahrungsmangels (Winter, Regenzeit in den Tropen) sicherzustellen. Im Winter muss in einer Bienentraube eine Mindesttemperatur von 10 Grad Celsius aufrechterhalten werden, da andernfalls die gesamte Kolonie absterben würde. Der Nahrungsvorrat an Honig ist für Bienen selbst bei tiefsten Temperaturen verzehrbar.