Ameisen (Formicidae) stellen eine Familie innerhalb der Hautflügler (Hymenoptera) dar, zählen zu den staatenbildenden Insekten und kommen in fast allen Regionen der Welt vor, besonders in den Tropen. Fossilienfunde von Ameisen lassen sich auf ein Alter von 130 Millionen Jahren datieren. Von weltweit rund 12500 Ameisenarten sind allein in Europa 180 bekannt. In Deutschland sind die Rote Waldameise und die Schwarze Wegameise die bekanntesten Ameisenarten.
Ameise trägt ein Stück Brot
Ameisenstaaten können bodenständig oder nomadisch sein. Sie sind hochorganisiert und weisen eine soziale Schichtung (Kastensystem) auf, die mit einer Spezialisierung der Aufgaben aller Tiere verbunden ist. Mehrere Millionen Ameisen können in einem Staat leben, von denen die meisten (unfruchtbare Weibchen) als Arbeiterinnen oder Soldatinnen im Außendienst oder Innendienst umfangreiche Aufgaben bewältigen. Nachwuchs kann bei den Ameisen ausschließlich die Königin hervorbringen. Die Männchen sind - ebenso wie die Jungköniginnen - beflügelt, und haben lediglich die Aufgabe, diese zu befruchten.
Ameise von oben
Die Arbeiterinnen und Soldatinnen sind wesentlich kleiner und haben am Hinterleib Giftdrüsen, die bei vielen Arten in einen Giftstachel münden. Geruchssinn und Geschmackssinn sind bei Ameisen stark entwickelt. Die Kommunikation erfolg über Botenstoffe, sogenannte Pheromone.
Ameise am Honigtropfen
Ameisen verhalten sich beim Zusammentreffen mit Angehörigen anderer Staaten stets aggressiv. Die Rote Waldameise beispielsweise ist ein Allesfresser. Ihre Nahrung besteht aus Insekten wie Raupen, Schmetterlingen oder Fliegen sowie auch anderen Wirbellosen wie Spinnen. Ausscheidungen anderer Insekten (Honigtau der Blattläuse), Nektar, Samen, Früchte oder Pollen sind neben vielen Pflanzenteilen ebenfalls Teil der Nahrung. Treiberameisen ernähren sich von Beutetieren. Manche Ameisenarten sind Aasfresser. Wiederum andere sammeln Samen, züchten Pilze oder bauen als Diebe Gänge in fremde Nester, um die dortige Brut zu verschleppen und anschließend zu verzehren.
Ameisenkönigin von Parasiten befallen
Es kommt vor, dass Ameisenvölker andere Völker domestizieren oder versklaven. Bodenständige Ameisen leben am Häufigsten in Erdnestern. Andere Formen ihrer Behausung sind Hügelnester, Holznester oder Seidennester.
Ameisen Jungkönigin
Natürliche Feinde der Ameisen sind bestimmte Vogelarten, kleine Schlangen, Amphibien, Spinnen und außerhalb Europas die Ameisenbären. Gäste in Ameisenbauten können andere Insekten oder Webspinnen sein. Ameisen werden oft von Parasiten wie blutsaugenden Milben befallen.
Für den Menschen können Ameisen schädliche Auswirkungen haben, vor allem wenn diese Getreidesamen sammeln oder in Gärten Blattläuse als Nutztiere halten. Der Hautkontakt mit dem Gift von Feuerameisen kann zu allergischen Reaktionen führen. Insgesamt haben Ameisen jedoch einen großen Nutzen, weil sie die Belüftung und Durchmischung von Böden fördern. Als Haustiere werden Ameisen in sogenannten Formicarien gehalten.